Sport ist wichtig für Gesundheit und sozialen Zusammenhalt.
Ein Sportentwicklungsplan ist hier der nächste Schritt für die Gemeinde Wickede (Ruhr).

 

Antrag SPD-Fraktion Sportentwicklungsplan

 

 

19.06.2018

namens der SPD-Ratsfraktion wird beantragt, dass die Verwaltung die Erstellung eines Sportentwicklungsplanes
für die Gemeinde Wickede einleiten möge. Um dies möglichst kostengünstig realisieren zu können, soll die
Unterstützung von Landessportbund und/oder Universitäten mit entsprechenden Sportfachschaften ersucht
werden.

Begründung:
Die Gemeinde Wickede verfügt über ein reichhaltiges Sportangebot einer aktiven Vereinswelt. Die Vereine
erfüllen eine wichtige soziale Funktion, engagieren sie sich doch oftmals vor allem stark in der Jugendarbeit.
Auch Sportbegeisterten aus weniger gut situierten Haushalten ermöglichen sie dank fairer Beiträge die
gesellschaftliche Teilhabe. Darüber hinaus gibt es aber auch Jugendliche und Erwachsene, die sich unabhängig
von Vereinen sportlich in der Gemeinde betätigen möchten.
Die Gemeinde unterhält zahlreiche Sportstätten, die Sportler und Vereine zu fairen Beiträgen nutzen können.
Diese erfahren naturgemäß eine gewisse Abnutzung und müssen laufend erhalten werden. So zeigt sich bei der
TuS in Wickede, dass der dortige Kunstrasten bald das Ende einer Nutzbarkeit erreicht hat und erneuert
werden muss. Entsprechend wird in einigen Jahren beim Sportplatz in Echthausen ähnliches zu erwarten sein.
Auch die gemeindlichen Sporthallen sind zwar trotz mehrerer Jahrzehnte Nutzung in einem altersentsprechend
guten Zustand, doch auch hier werden früh oder später größere Sanierungsaufgaben auf die Gemeinde
zukommen.
Mit dem Sportentwicklungsplan sollen derartige, für die Gemeinde oft hohe Investitionsbedarfe, zuverlässig
vorausgeplant werden und entsprechende Sanierungen, so sie nicht aufgrund akuter Schäden entstehen,
möglichst lange im Voraus im Haushalt einkalkuliert werden. Ein Blick von dritter Seite auf die Sportstätten im
Rahmen der Planerstellung kann hier auch neue Sichtweisen einbringen.
Sportentwicklungspläne gibt es bereits in vielen kleineren und größeren Kommunen, so dass Vorbilder schnell
gefunden werden können. Ein solcher Plan beinhaltet nicht nur den Investitions-/Renovierungsbedarf in den
kommenden Jahren, sondern geht beispielweise auch einher mit Vereinsbefragungen und Bestands- und
Bedarfsaufnahmen bezogen auf die Kapazitäten der Sportanlagen. Auch für „neue“ Sportarten kann
prognostiziert werden, ob ein entsprechend neues Angebot dauerhaft etabliert werden kann, oder es nur ein
kurzer Trend ist.
Nicht zuletzt können mit einem Sportentwicklungsplan, der sich in seiner Ausrichtung vom bestehenden
Zukunftsplan der Gemeinde klar abgrenzt, auch Fördermittel besser beantragt werden. Auch im Hinblick auf
die Regionale 2025 ist eine vorausschauende Planung im Sportbereich wünschenswert. Für die Gestaltung der
Außensportanlage an der Gerkenhalle (z.B. mit einem Streetsoccer-/Basketballcourt, Outdoor-Sportgeräten
und mehr) käme hier beispielsweise das bis 2020 laufende Förderprogramm “Investitionspakt Soziale
Integration im Quartier” in Frage, das mit einem Fördersatz von 90 % u.a. auch die Herstellung von Spielplätzen
und Sportstätten fördert, jedoch bei Einzelmaßnahmen eine städtebauliche Gesamtstrategie wie einen
Sportentwicklungsplan erfordert. Laut Förderinformation ist übrigens über dieses Programm explizit auch die
Errichtung von Kunstrasenplätzen förderfähig, wobei zu prüfen wäre, ob eine Kompletterneuerung dies auch
wäre.
Zur Erstellung des Sportentwicklungsplanes sollte zuerst Kontakt mit dem Kreis-/Landessportbund
aufgenommen werden. Für die Erstellung des Planes sollte geprüft werden, ob dies von einer Universität mit
Sportfakultät übernommen werden könnte, andere Kommunen konnten hier bspw. die deutsche
Sporthochschule Köln oder die Forschungsstelle Kommunale Sportentwicklungsplanung der Uni Wuppertal
gewinnen. Bei der Erstellung und Planung sollen Vereine und Sportler in Wickede natürlich möglichst eng
einbezogen werden.
(Text: Julian Bräker)