Die ist der erste Teil unserer kleinen Serie zur Veranstaltung “Digitales Briefgeheimnis, soziale Medien und Co.”

ePrivacy – Was ist das eigentlich?

 
Am 28.06.2018 war Birgit Sippel, Mitglied des europäischen Parlamentes und parlamentarische Verhandlungsführerin für ePrivacy, bei der SPD Wickede (Ruhr) zu Gast.
“Digitiales Briefgeheimnis, soziale Medien und Co.” war der Titel unserer Veranstaltung.
Darin kommt ePrivacy gar nicht vor, oder doch?

ePrivacy

ePrivacy steht für elektronisch oder auch digital.
Privacy bedeutet Privatssphäre. 
Schön. Was sagt uns das nun?
Es geht darum, wie unsere digitale Kommunikation geschützt wird.
Es geht um das digitale Briefgeheimnis.

Wenn wir einen Brief schreiben, kann den normalerweise nur der Empfänger lesen.
Wenn wir eine E-Mail schreiben, kann diese normalerweise nur….. wer lesen? Stop.
Genau da fängt es an. Ich schreibe eine E-Mail an Otto. Wir planen einen Tisch zu kaufen. Größe und Material werden hin und her kommuniziert.
Immer mehr Details zu unserem Tisch-Projekt werden festgehalten.
Es ist möglich, dass diese Kommunikation auch der E-Mail-Dienstleister liest. Dort sitzen natürlich jetzt nicht hunderte Personen, die E-Mails lesen. Aber Algorithmen können auswerten. Begriffe werden gefiltert. Unser Profil dort wird erweitert.

 

Als ich vor ein paar Jahren einen neuen Kühlschrank gesucht habe, bot mir Facebook plötzlich immer mehr Kühlschränke an.
Ist das denn schlimm, werden einige Fragen? 

 

Warum sollte digitale Kommunikation vertraulich und privat sein?
Genau diese Frage hat uns Birgit Sippel auch gestellt. Es geht um demokratische Grundwerte. Um den Schutz der Demokratie.
Wir leben in einer Demokratie.
Wir können dürfen, ja manchmal sogar müssen, unseren Staat kritisieren. Auch in einer E-Mail oder Messenger-Nachricht. Wir können fluchen und schimpfen.
Ohne, dass wir danach eingeschränkt werden. Immer mehr wird digital. Nächstens können wir auch mit unserem Arzt online kommunizieren. Das ist privat. Das geht niemanden etwas an.

 

Außerdem, mal ganz ehrlich. Wer möchte denn komplett durchleuchtet werden? Ich möchte selbst entscheiden, wer meine Kommunikationsinhalte erfahren darf.
Und wenn ich mit Otto zusammen beschließe, dass wir einen knatschroten Tisch bestellen, auf dem der neue Slogan schlechthin zu sehen sein wird, dann hat dies geheim zu bleiben.
Bis wir unseren genialen neuen Tisch der Öffentlichkeit präsentieren. Das entscheiden dann aber wir. Wir entscheiden wo und wann wer davon erfahren soll.
Und kein Algorithmus.

Wir weisen hier ausdrücklich darauf hin, dass dieser Beitrag keine Rechtsberatung darstellt und wir diese auch nicht anbieten.

(Text und Grafik: Inga Westermann)