Die ist der dritte und letzte Teil unserer kleinen Serie zur Veranstaltung “Digitales Briefgeheimnis, soziale Medien und Co.”

Dürfen wir noch Fotos machen und veröffentlichen?

Dürfen auch mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auf Veranstaltungen noch Fotos gemacht und danach veröffentlicht werden?
Auch diese Frage kam auf unserer Veranstaltung auf. 

Wir haben auf unserer Veranstaltung mit einem Aushang darauf hingewiesen, dass Fotos gemacht werden (z.B. für Webseite, soziale Medien) und wer dies nicht möchte, nicht an der Veranstaltung teilnehmen sollte.
Hier sollte man spezifizieren, wofür die Fotos gemacht werden und was ist, wenn man diesen nicht zustimmt. Spätestens bei Veranstaltungen mit mehreren hundert Personen kann kein Fotograf mehr darauf achten ob Lieschen Müller jetzt aufs Foto wollte oder nicht.

Gleichzeitig war unsere Veranstaltung öffentlich. Damit sprechen wir von Bildern von Versammlungen.

Auch in der Vergangenheit war das Veröffentlichen von Fotos bereits im Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie, kurz KUG geregelt. Grundsätzlich ist immer die Einwilligung des Fotografierten notwendig.
Doch es gibt Ausnahmen, die in – § 23 geregelt sind:

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

(Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html)

Man stelle sich ansonsten vor, wie bei einem Sternmarsch wie beim letzten Schützenfest, Einwilligungen aller Zuschauer und Beteiligten eingeholt werden müssten. 

Wer ein Fußballspiel fotografiert hat auch in der Vergangenheit schon Zuschauer im Publikum mit aufs Bild bekommen können, die sicherlich nicht alle persönlich bekannt waren und eingewilligt hatten. Sind sie nur Hintergrund also “Beiwerk” war dies auch in der Vergangenheit kein Problem.

Hat man aber durch Zufall einen Zuschauer erwischt, der sich gerade rund um mit seiner Currywurst bekleckert hat und diese Aufnahme durchaus als bloßstellend empfinden könnte – Was sollte man dann damit machen? Gesunder Menschenverstand hilft hier definitiv weiter. Nicht veröffentlichen.

Wir weisen hier ausdrücklich darauf hin, dass dieser Beitrag keine Rechtsberatung darstellt und wir diese auch nicht anbieten.
(Text: Inga Westermann)