Kleiner Reisebericht vom 9.9.-12.09.2018:

 

Ein Gruppenfoto von der mehrstündigen Kahnfahrt
(mückenfrei) durch den Spreewald.

Helmstedt/Marienborn
Die ehemalige DDR-Grenze Helmstedt/Marienborn – der größte und bedeutendste Grenzübergang an der innerdeutschen Grenze während der Teilung bis 1989 – war am Sonntag die erste Station der viertägigen Bildungsreise von AWO und SPD-Wickede. 

Stacheldraht, Wachtürme und Schilder, die zur “Vernichtung von Grenzverletzern” auffordern: In Marienborn wird die deutsch-deutsche Vergangenheit lebendig.
Die Gedenkstätte erinnert an Republikflucht und den Alltag am Todesstreifen.

Auch heute noch führt auf der Strecke von Hannover nach Berlin kein Weg an der Grenzübergangsstelle Marienborn vorbei. Nur anhalten muss niemand mehr.

Magdeburg
Auf dem Weg durch den Osten Deutschlands haben wir am späten Vormittag Magdeburg, die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt erreicht. Unmittelbar hinter dem Ufer der Elbe hat sich die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges großenteils zerbombte Stadt ihr auf die Annalen der deutschen Geschichte zurückgehendes Wahrzeichen,
ihren den Heiligen St. Mauritius und St. Katharina geweihten gotischen Dom erhalten. In einer kombinierten Stadtrundfahrt/Stadtrundgang wurde durch eine sachkundige Reiseleitung die Geschichte Magdeburg und ihre Sehenswürdigkeiten der Reisegruppe näher gebracht.
Der heute gotische Dom von Magdeburg bietet einen schönen Einblick in das frühe und Hochmittelalter. Der Erbauer des Doms, Kaiser Otto I. des ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nationen  liegt hier begraben, samt seiner Frauen. Auch der Glauben und die Religion des Mittelalters wird hier einsichtig, vor allem mit Blick auf den Antisemitismus dieser Zeit.

Besucht und bewundern konnte die Wickeder Reisegruppe auch noch das letzte Hundertwasser-Haus nach Originalplänen des österreichischen Künstlers und Architekten Friedensreich Hundertwasser (1928-2000). Er wollte mit dem Projekt eine “Oase der Menschlichkeit” schaffen. Er gab dem Gebäude wegen seiner üppigen Begrünung und in  Erinnerung an die mittelalterlichen Zeiten Magdeburgs als Festungsstadt den Namen “Grüne Zitadelle”.
Am späten Nachmittag wurde die Hauptstadt Berlin erreicht.

Berlin
Am zweiten Tag stand dann eine mehrstündige Stadtrundfahrt/Stadtrundgang entlang der deutschen Geschichte und Politik auf dem Programm. Der Besuch des Deutschen Bundestages erfolgte am frühen Montagabend.

Brandenburg, Lübbenau, Spreewald
Am Dienstag (3.Tag) erfolgte ein ganztägiger Ausflug durch das Land Brandenburg. Ziel war Lübbenau im Spreewald.
Der Spreewald (sorbisch Blota) befindet sich im südöstlichen Teil Brandenburgs. Er ist das traditionelle Siedlungsgebiet der Sorben (Wenden), eines kleinen slawischen Volkes. Deshalb ist der Spreewald auch zweisprachig (sorbisch/deutsch). Insgesamt 970 km natürliche Fließe und künstlich angelegte Kanäle durchziehen den Spreewald. Seit 1991 genießt die Region den Status eines UNESCO-Biosphärenreservates. 18.000 Pflanzen- und Tierarten existieren hier. In weiten Teilen trifft man im Spreewald auf Urwälder (in denen die Birken vorherrschen) und Sümpfe.
Um die spreewaldtypische Landschaft mit ihrem Artenreichtum zu erhalten, muss der Wasserhaushalt reguliert werden. Dies geschieht über zahlreiche Wehre und Schleusen.
Der Gemüseanbau hat im Spreewald eine lange Tradition. Hier werden u.a. die berühmten Spreewaldgurken, Erdbeeren, Meerrettich und Ölsaaten angebaut.
Frisch gefangene Fische aus den Fließen und Kanälen findet man in vielen spreewaldtypischen Gerichten.

 Wie sagte ein Mitreisender zutreffend: “ich bin sehr beeindruckt, der
Spreewald ist wunderschön und einzigartig in Deutschland”!

Potsdam, Schloss Cecilienhof
Die Rückreise in die Heimat am vierten Tag, führte über Potsdam mit Besuch von Schloss Cecilienhof. Churchill, Truman und Stalin haben im Schloss Cecilienhof Weltgeschichte geschrieben. In den ehrwürdigen Hallen des Schlosses Cecilienhof trafen sich die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs im Sommer 1945 zur Potsdamer Konferenz, offiziell als Dreimächtekonferenz von Berlin bezeichnet. Das Abkommen besiegelte das Schicksal Deutschlands und Europas. Das Haus ist das jüngste Hohenzollernschloss im Stil eines englischen Landhauses. Im Schloss befindet sich heute eine historische
Gedenkstätte, in der die Konferenzzimmer und Arbeitsräume der Teilnehmer der Potsdamer Konferenz besichtigt werden können.
Mit einer sachkundigen Führung durch das Schloss und den wunderschönen Gärten von Cecilienhof endete bei herrlichem Wetter die erlebnisreiche Bildungsreise.
Am frühen Mittwochabend erreichte eine zufriedene Reisegruppe Wickede.
Nach dem Motto, nach der Fahrt ist vor der Fahrt, werden AWO und SPD-Wickede auch im nächsten Jahr wieder eine Bildungsreise anbieten.

Text und Foto: Helmut Bäcker