Im November haben wir mit unserem Antrag für eine “Insektenfreundliche Gemeinde Wickede (Ruhr)” die Gemeinde beauftragt, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Am letzten Dienstag wurde dann die Vorlage “Ökologische Vielfalt in der Gemeide Wickede (Ruhr)” in der Sitzung des “Ausschusses für Planung, Bau und Umweltangelegenheiten” beschlossen.

Wir freuen uns, dass die Gemeinde auch weiterhin bei der Pflege, Entwicklung und Neuanlagen unserer kommunalen Grünflächen die ökologischen Vielfalt beachten will und dass es bald eine regionale Saatgutmischung “Wickeder Vielfalt/Enser Mischung” geben wird.

Wir alle können etwas für die Lebensräume in unseren Gärten tun. Dazu gehört nicht nur das Anpflanzen von Blühpflanzen, die als Nahrung dienen können sondern auch der Erhalt von Rückszugsorten für die Lebewesen in unseren Gärten. Aber auch die Auswahl der Leuchtmittel kann zum Insektenschutz beitragen, indem zum Beispiel LED-Leuchtmittel gewählt werden. So werden Insekten weniger angezogen und damit auch weniger von der Jagd abgehalten.

 

Unseren vollständigen Antrag findet Ihr hier:

18.11.2018 

Antrag der SPD-Fraktion: Wickede (Ruhr) zur insektenfreundlichen Gemeinde machen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Michalzik,

namens der SPD-Fraktion wird beantragt, dass die Verwaltung Maßnahmen ergreift, um Insekten und Wildtieren im Ort passenden Lebensraum zu bieten und die Gemeinde zu einer „insektenfreundlichen Kommune“ zu machen.

Begründung:

Laut Forschungsergebnissen ist in den letzten 27 Jahren die Gesamtmasse der Insekten in NRW um 75 Prozent gesunken. Bei 52 % der Wildbienenarten ist der Bestand derzeit rückläufig. Auch die Rote Liste des Bundesamtes für Naturschutz bestätigt diesen Rückgang. Der Besuch von Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Wickede hat noch einmal verdeutlicht, dass diesem Problem nur entgegengewirkt werden kann, wenn auf lokaler Ebene Maßnahmen getroffen werden. Die Blütenpracht gerade im Wickeder Ortskern ist für Einheimische und Besucher immer wieder ein schönes Bild, jedoch wurde im Rahmen der Veranstaltung deutlich, dass es darauf ankommt, regionale Pflanzen zu säen, damit diese auch von den Insekten angenommen werden. Daher mögen in Zukunft vor allem regionale Blumen- und Kräutermischungen gesät werden, um hier den heimischen Insekten Lebensraum zu bieten. Wir begrüßen hier ausdrücklich Ihren Vorschlag, zum Gemeindejubiläum 2020 auch eine „Wickeder Saatmischung“ zu entwickeln, damit auch die Wickeder Bürger im heimischen Garten neuen Lebensraum schaffen können. Dazu würde ein gemeindlicher Flyer passen, der aufklärt, welche Insektenarten hier heimisch sind und welche Blumen und Pflanzen für diese gut angepflanzt werden können.

Darüber hinaus sind aus unserer Sicht weitere nicht übermäßig kostenintensive Maßnahmen denkbar, um Insekten und Wildtieren neuen Lebensraum zu schaffen:

 

  • Schaffung von Rückzugsorten durch Ansammlungen von Steinen, Einbringung von Holz auf gemeindlichen Flächen abseits der Gehwege z.B. in der Erbke.
  • Prüfung, ob Teile der Dächer von gemeindlichen Gebäuden insektenfreundlich und ohne Nachteile für die Isolierung begrünt werden können, z.B. das des Bürgerhauses nach der Dachrenovierung.
  • Verabredung mit den beteiligten anderen Kommunen, eine der nächsten Veranstaltungen „Offene Gärten im Ruhrbogen“ unter das Oberthema „Lebensraum für Insekten und Insektenvielfalt“ zu stellen und hier die Bürger mit der dazu herausgegebenen Gartenbroschüre auch entsprechend zu informieren und aufzuklären.
  • Prüfung, ob die aktuell für die Straßenbeleuchtung verwendeten LED-Leuchtmittel insektenfreundlich sind. Von vielen LED-Leuchtmitteln geht eine sogenannte „Staubsaugerwirkung“ aus, die Insekten anlockt und so in ihrem Jagdverhalten stört. Sollten die aktuell genutzten LED-Leuchten dem nicht entsprechen, sollte bei zukünftigen Neuanschaffungen möglichst auf insektenfreundliche LED umgestellt werden, ohne dass natürlich die Ausleuchtung der Straßen darunter leidet. Informationen dazu geben der BUND und der NABU.
  • Überprüfung der Feldwege und Ackerrandstreifen in gemeindlicher Hand. Laut Information des NABU war Wickede hier bereits vor 25 Jahren schon einmal Vorreiter, als die tatsächlichen Gegebenheiten mit den Plänen abgeglichen wurden. Hier stellte sich heraus, dass teilweise Landwirte unbewusst mit ihren Pflügen und Mähmaschinen gemeindliche Flächen mitbewirtschaftet haben. Mit entsprechenden Informationen und Gesprächen mit den Landwirten konnten die gemeindlichen Flächen wiederhergestellt werden.

 

Bei der Entwicklung der entsprechenden Schritte ist eine enge Zusammenarbeit mit den Fachleuten von BUND, NABU oder Kreisverwaltung wünschenswert.

(Antrag: Julian Bräker)