In den letzten Tagen jagte eine Schlagzeile die nächste. Verlorene Europawahl. Entsetzen. Dann vorgezogene Fraktionsneuwahlen. Wer tritt an. Wer nicht. Wer findet das wie.
Andeutungen, Fragmente, Vermutungen geisterten durch alle Medien. Selbst Falschmeldungen kamen hinzu.

Rückhalt für eine Partei- und Fraktionsvorsitzende sieht definitiv anders aus und so kann ich Andrea Nahles Rücktritt nachvollziehen.

Kevin Kühnert twitterte: “Wer mit dem Versprechen nach Gerechtigkeit und Solidarität nun einen neuen Aufbruch wagen will, der darf nie, nie, nie wieder so miteinander umgehen, wie wir das in den letzten Wochen getan haben.” Damit spricht er mir aus der Seele. So sollten wir mit niemandem umgehen, erst Recht nicht mit unserer Vorsitzenden.

Auch hilft es nicht, diese immer wieder auszutauschen. Unsere Partei braucht endlich eine Rückbesinnung auf sozialdemokratische Werte. Auf denen basierend wir die Fragen dieser Zeit beantworten müssen. Wir brauchen eine klare Strategie für Morgen. Auch in Sachen Umweltschutz und Klimawandel braucht es gut durchdachte und soziale Antworten.

“Auf in eine neue Zeit” heißt aber den Weg besonnen anzugehen und nicht weiter eine Schlagzeile die nächste jagen zu lassen.
Vor allem müssen wir endlich wieder vereint zusammen stehen und aufhören mit den Flügel- und Grabenkämpfen und ja in den letzten Tagen der Schlammschlacht.
Besinnt Euch. “Wann wir schreiten Seit’ an Seit’”

Dir, liebe Andrea, danke ich für Jahrzehnte sozialdemokratischer Politik. Du hast viel Gutes für die Menschen dieses Landes bewirkt. Lass Dir das nicht nehmen.

Inga Westermann