Liebe Leserinnen und Leser,

ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Till Heemann. Ich bin 32 Jahre alt, komme aus Soest und kandidiere bei der Landtagswahl im Wahlkreis 119, also dem westlichen Kreis Soest. Ich bin Mitglied im Soester SPD-Ortsverein und ich bin in der dortigen Fraktion als Sachkundiger Bürger tätig. In dieser Funktion bin ich Aufsichtsratsmitglied der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH und stellv. Mitglied in den Ausschüssen für Stadtentwicklung, Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Zentrale Grundstückswirtschaft sowie Innovation und digitalen Wandel.

Till Heemann
Foto von Till Heemann, Fotografin: Isabella Thiel

Durch eine Tätigkeit als Brandschutzingenieur bin ich beruflich in der Baubranche aktiv. Dabei habe ich täglich Kontakt zum Baurecht und den zugehörigen Genehmigungsverfahren. Gleichzeitig bin ich als selbstständiger Veranstaltungstechniker deutschlandweit unterwegs.

In meiner Freizeit erkunde ich mit Frau und Hund die wunderschönen Landschaften der Soester Börde von Wickede bis Geseke und Lippetal bis Möhnesee. Weiterhin interessiere ich mich für die Geschichte unserer Region, daher bin ich auch im Vorstand der Soester Mittelalterfreunde, als Regieassistent bei der Soester Fehde und im Soester Geschichtsverein aktiv.

Krieg in der Ukraine

Aktuell beschäftigt mich neben der Vorbereitung auf die anstehende Landtagswahl der Krieg in der Ukraine. Russlands Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin hat das Völkerrecht gebrochen, indem er den souveränen Staat Ukraine angegriffen hat. Der Vormarsch dauert an.

Diese Entwicklung stimmt mich nachdenklich und traurig. Wir lebten in Europa über 70 Jahre in Frieden. Nun erlebt die ganze Welt schmerzlich, welch hohen Wert Demokratie und Diplomatie haben. Ich bin überzeugter Europäer und wünsche mir sehr, dass der Konflikt so schnell wie möglich endet. Mit dieser Meinung bin ich sicherlich nicht allein. Bei der Mahnwache für Demokratie und Frieden vor dem Soester Rathaus versammelten sich am letzten Montag (28.02.2022) fast 500 Menschen. Ich war auch vor Ort und habe mich sehr gefreut, so viele Menschen zu sehen, die durch den Wunsch nach Frieden, Freiheit und Demokratie geeint waren.

Till Heemann - Friedensdemo in Soest, Foto: Kirsten Ewers
Till Heemann – Friedensdemo in Soest, Fotografin: Kirsten Ewers

 

Folgend stelle ich meine politischen Schwerpunktthemen vor.

Katastrophenschutz und Ehrenamt

2021 hat bewiesen, dass die Folgen des Klimawandels verheerende Schäden anrichten können. Auch der Kreis Soest blieb nicht verschont. Für unsere Sicherheit sind wir auf einen funktionierenden Katastrophenschutz und das Ehrenamt in Hilfsorganisationen, Feuerwehr und THW angewiesen. Der Katastrophenschutz ist eine zentrale gesetzliche Aufgabe des Landes im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr. In dem System der Gefahrenabwehr sind nur wenige hauptamtliche Menschen tätig. Für einen funktionierenden Katastrophenschutz ist daher das Ehrenamt in den verschiedenen Organisationen unerlässlich. Das ehrenamtliche Engagement darf nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Einsatzkräften muss hochwertige Ausstattung zur Verfügung gestellt werden, um die Aufgaben zielgerichtet und sicher wahrnehmen zu können. Neben der Beschaffung moderner Ausstattung, wie Fahrzeuge und Gerät, müssen auch Einrichtungen, wie Feuerwehrhäuser, modernisiert und unfallsicher ausgebaut werden. Ebenso muss das Angebot der psycho-sozialen Notfallversorgung ausgebaut werden. Ich stehe ebenso dafür ein, politische Maßnahmen voranzutreiben, die dem Schutz von Einsatzkräften gegen gewalttätige Übergriffe dienen.

Ein großes Risiko als Folge von Naturkatastrophen ist ein flächendeckender und andauernder Ausfall der elektrischen Energieversorgung. Damit die Behörden auch in diesem Fall handlungsfähig bleiben und Notunterkünfte für die Bevölkerung zur Verfügung stehen, müssen Notstromversorgung geschaffen werden. Dies gilt auch für Einrichtungen der medizinischen Versorgung und der Pflege. Für die Wirksamkeit der Planung sind auch satellitengestützte Kommunikationswege, einheitliche digitale Strukturen und systematische Mängelbeseitigung in der kritischen Infrastruktur erforderlich. Für die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung brauchen wir einen flächendeckenden Ausbau von Kommunikationswegen zur Warnung der Bevölkerung. 

Das Land trägt die Verantwortung für den Katastrophenschutz und muss daher die verschiedenen Akteure im Bereich der Investitionen und der Organisation der Gefahrenabwehr unterstützen. Ich sehe es als zentrale Aufgabe der Politik an, diese Unterstützung des Landes auf den Weg zu bringen. Dafür brauchen wir einen offenen Dialog aller Beteiligten. Ich möchte diese Aufgabe wahrnehmen und durch strukturierte Maßnahmen den Katastrophenschutz in NRW stärken, um die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Soest zu schützen.

Bauen und Wohnen

Wohnen wird immer mehr zum Luxus – in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen und auch im Kreis Soest. In NRW leben 10 Millionen Menschen zur Miete. Der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum ist schon lange nicht mehr nur in großen Städten präsent, sondern betrifft auch den ländlichen Raum.

Günstiger Wohnraum ist im Kreis Soest rar – die Nachfrage ist riesig, aber das Angebot fehlt. Die Entwicklung von Kaltmieten und Nebenkosten kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Die Ausgaben für Strom, Heizung und Warmwasser steigen aktuell deutlich, die Einkommen jedoch kaum. Dieser Negativtrend betrifft insbesondere diejenigen – (junge) Familien, Alleinerziehende, Ältere – die sowieso schon finanziell belastet sind. NRW-weit wollen wir daher 100.000 neue Wohnungen bauen, 25.000 davon mit Mietpreisbindung. Die Unterstützung und die Förderung von Gründungen neuer kommunaler Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften schafft neue Potentiale für lokale und zielorientierte Maßnahmen zur Schaffung und Erhaltung von günstigem Wohnraum. Dort, wo es keine lokalen Institutionen für günstigen Wohnraum gibt, wird eine neue Landeswohnungsbaugesellschaft aktiv werden. So oder so werden wir es schaffen, den steigenden Mietpreisen im Kreis Soest zu begegnen.

Ich halte es ebenfalls für erforderlich, die Nachverdichtung im Wohnungsbau zu ermöglichen und zu beschleunigen, damit für neuen Wohnraum nicht erst neue Flächen versiegelt werden müssen. Leerstände und ungenutzte Dachräume können dafür zielführend genutzt werden.

Beim Thema Wohnen geht es nicht nur um Preise, sondern auch um rechtliche Vorgaben, die Bestandteil der Prüfung von Bauanträgen für Bauvorhaben sind. Das betrifft u. a. Auflagen des Brandschutzes, mit denen ich in meinem Berufsalltag ständig zu tun habe. Mir ist klar: Durch weitere wichtige Vorgaben für mehr Klimaschutz und Barrierefreiheit wird Bauen und Sanieren in den nächsten Jahren nicht einfacher. Umso notwendiger ist es, die Fülle an Vorgaben unserer Baugesetzgebung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und, wo möglich, zu entschlacken. Einen entscheidenden Beitrag wird weiterhin die Digitalisierung der Behörden sein, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und dem Fachkräftemangel auch in der Verwaltung zu begegnen.

By the way: Die Kosten für Straßenbaumaßnahmen auf Anlieger umzulegen, ist ungerecht und für viele finanziell nicht tragbar. Die Beiträge müssen abgeschafft werden.

Als Brandschutzingenieur habe ich täglich Kontakt mit dem Baurecht und kenne die Dauer von Genehmigungsverfahren. Ich stelle unser Baurecht auf den Prüfstand, um Baukosten zu senken und günstiges Wohnen zu ermöglichen. Es ist also Zeit zu handeln. „Augen zu und durch“ gilt nicht! Bei der Landtagswahl am 15. Mai 2022 geht es daher auch um einen echten Richtungswechsel in der Wohnungspolitik unseres Landes!

 

Weitere Informationen zu meinen Schwerpunkten und den weiteren wichtigen Themen, die Land und Kreis betreffen, finden Sie auf meiner Webseite (www.till-heemann.de) und im Regierungsprogramm der NRWSPD „Unser Land von morgen“ (NRW SPD Wahlprogramm).

Till Heemann

Die Links führen weiter auf die genannten Seiten.