Kritik an fehlender Einbindung der Wehrführung bei Ortstermin im Gerätehaus Echthausen

Die SPD-Fraktion sieht sich außer Stande, dem in der letzten Sitzungswelle vorgestellten Entwurf des Brandschutzbedarfsplanes, erstellt durch ein Ingenieurbüro, in seiner derzeitigen Form zuzustimmen. Dabei geht es nicht um kleine Änderungswünsche, sondern vor allem um grobe inhaltliche und redaktionelle Fehler des Ingenieurbüros. Zwar handelt es ich bisher um einen Entwurf, dass dieser von der Verwaltung aber öffentlich in die Beratung gegeben wurde, ohne dass er mit der örtlichen Wehrführung abgestimmt worden wäre, hält die SPD für einen groben Fehler. Mit einer vorherigen Einbindung hätte manche Irritation verhindert werden können.

Diese Feststellung ist Resultat der fraktionsinternen Beratungen, aber auch eines mehrstündigen Gespräches mit dem Leiter der Wickeder Feuerwehr Marcel Horn und seinem Stellvertreter Marc Ptacek im Gerätehaus in Echthausen. Auch der SPD-Landtagskandidat Till Heemann, der beruflich als Brandschutzingenieur tätig ist, brachte sich mit seiner Expertise in die Diskussion mit ein.

Für das Gerätehaus in Echthausen ist im Brandschutzbedarfsplan ein Ersatzbau vorgesehen, der auch dringend notwendig ist, wie die Besichtigung vor Ort zeigte. Nur eine viel zu kleine Umkleide für die Kameraden, sanierungsbedürftige Toiletten oder eine gefährlich enge Ausfahrt zur Weststraße sind hier nur einige Beispiele. Dazu ist die Gebäudehöhe nicht für moderne Fahrzeuge ausgelegt, eine Neubeschaffung von Fahrzeugen für den Standort Echthausen macht also vor Fertigstellung des neuen Gerätehauses kaum Sinn. Die Wickeder SPD-Fraktion wird sich dafür einsetzen, im Haushalt 2023 bisher nicht eingeplante Mittel für einen Neubau zu veranschlagen, damit dieser zügig voran geht. Möglicherweise lassen sich schon in 2022 die Planungen vorantreiben, wenn an anderer Stelle Haushaltsmittel eingespart werden können und so für Planungskosten frei werden.

Fraktion bei der Feuerwehr Echthausen

Wehrführung wurde zu wenig beteiligt

Dass aus SPD-Sicht der gesamte Brandschutzbedarfsplan aktuell nicht zustimmungsfähig ist, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Wehrführung über das Bereitstellen von Informationen und Daten hinaus nicht an der Erstellung beteiligt war. „Es kann nicht sein, dass das Ingenieurbüro auf die Kompetenz und Einschätzungen der Wehrführung fast gänzlich verzichtet. Diese kennt die Gegebenheiten vor Ort am Besten“ stellt SPD-Ratsherr Oswald Schober, selbst aktives Mitglied der freiw. Feuerwehr Wickede, fest. Einen Fahrzeugstandort in der Westerhaar zu binden, der im Einsatzfall vielleicht nicht personell besetzt werden kann, macht aus Sicht der SPD-Fraktion keinen Sinn.

Keine Standorte in Ortsteilen in Frage stellen

In einem Punkt sind sich Wehrführung und die Wickeder SPD einig: Es wird auf keinen Fall ein Standort in den Ortsteilen in Frage gestellt. Jeder der Standorte, an dem viele Frauen und Männer aus der Gemeinde ehrenamtlich tätig sind, stärkt die Schlagkraft der örtlichen Feuerwehr und erhöht somit die Sicherheit der Bürger.

Dazu kommen fragwürdige Gefahreneinschätzungen wie die Einordnung von Wald- und Vegetationsbränden als Einsätze mit geringem Ressourceneinsatz. Dies scheint für eine Kommune mit 17 % Waldanteil, dem dritthöchsten Wert im Kreis Soest, als leichtsinnige Schätzung.

Klar ist, für eine leistungsstarke Wehr braucht es vor allem eine moderne Ausrüstung, hier waren sich SPD-Fraktion und Wehrführung einig. Einige Fahrzeuge haben ihren Zenit schon längst überschritten und müssen in naher Zukunft ersetzt werden. Auch bei dieser Planung im Brandschutzbedarfsplan wurde die Wehrführung nicht ausreichend eingebunden, wünscht man sich doch deutlich größere Löschwassertanks, um der im Plan genannten knappen Löschwassersituation in einigen Teilen der Gemeinde Herr werden zu können. Weiterhin ist fälschlicherweise das Löschfahrzeug Katastrophenschutz, ein Feuerwehrauto, das der Feuerwehr vom Bund leihweise zur Verfügung gestellt ist, voll in dem Brandschutzbedarfsplan mit eingebunden. Dieses Fahrzeug könnte kurzfristig abgezogen werden und stünde dann vor Ort nicht mehr zur Verfügung. Die volle Einplanung erscheint also mehr als riskant.

Weitere Vorgehensweise

Abschließend stellt der Fraktionsvorsitzende Julian Bräker fest: „Wir regen an, dass der Brandschutzbedarfsplan zuerst einmal mit der Wehrführung abgestimmt wird, bevor ein Arbeitskreis mit den Fraktionen tagt und dieser dann vom Rat beschlossen werden kann. Schließlich wurde der Plan in der Vergangenheit stets von der Wehrführung und der Gemeinde sehr gut selbstständig erarbeitet. Das Ingenieurbüro sehen wir nur als Unterstützung, es sollte aber nicht wie bisher an unserer Wehr vorbei arbeiten.“

Text: Julian Bräker Foto: Bärbel Dittrich